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Datenschutzaspekte im Schulbereich

Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung sind für Schulen unter zwei Aspekten zu betrachten. Die Schule ist einerseits eine öffentliche Einrichtung, die personenbezogene Daten verarbeitet. Darüber hinaus hat sie einen Bildungsauftrag, unter den auch die Vermittlung und Förderung von Medienkompetenz wie z. B. der Umgang mit Daten und Privatheit gehören.

Schule als Daten verarbeitende Stelle

Schule unterliegt als Daten verarbeitende öffentliche Stelle gesetzlichen Vorgaben, aus denen sich Rechte aber auch Pflichten ergeben. Seitens schulischer Administration besteht die Herausforderung, die Vorteile elektronischer Datenverarbeitung zu nutzen und zugleich die Sicherheit und den Schutz der sensiblen, personenbezogenen Daten von Schülerinnen und Schülern wie auch von Lehrkräften zu gewährleisten.

Bildungsauftrag Datenschutzkompetenz

Aufgabe der Pädagoginnen und Pädagogen ist es, Kinder und Jugendliche so früh wie möglich in die Themenbereiche Privatsphäre und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung einzuführen, damit diese medienkompetent und sensibilisiert mit den ihnen heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der digitalen Welt verantwortlich umzugehen lernen.


Die Sicht der Unternehmen und der Nutzer

Unternehmenssicht: Daten als Wirtschaftsfaktor

In einer zunehmend digitalisierten Welt sind Daten und Informationen beachtlicher Wirtschaftsfaktor und wertvolle Ressource. Der hierfür geprägte Begriff ist "Big Data". "Big Data" wird gerne als "das Öl des 21. Jahrhunderts" bezeichnet (Stefan Groß-Selbeck, CEO von Xing). Neue Anwendungen, Dienste und Geschäftsmodelle erzeugen Wachstum in bestehenden und neuen Branchen, sie sichern und schaffen Arbeitsplätze. Unternehmen können ihre Angebote immer individueller auf den einzelnen Kunden oder "User" zuschneiden und stoßen dabei in Bereiche der Verarbeitung von personenbezogenen Daten vor, die aufgrund des Innovationscharakters eine genaue datenschutzrechtliche Betrachtung erfordern. Der hohe wirtschaftliche Druck am Markt und die Innovationskraft technologischer Möglichkeiten stehen dabei trägen Gesetzgebungsprozessen gegenüber. An vielen Stellen muss geklärt werden, ob und inwieweit vorhandene Datenschutzgesetze überhaupt Anwendung finden und wie diese im Einzelfall auszulegen sind. Um am Markt konkurrenzfähig zu sein, nutzen - oder dehnen - Unternehmen den an vielen Stellen breiten Raum nicht abschließend geklärter Auslegungen datenschutzrechtlicher Vorgaben oder legen gar die Gesetze desjenigen Staates zugrunde, in dem sich ihr Stammsitz befindet. Mit Updates werden Funktionen und Features versuchsballonartig eingeführt und die Reaktionen der Nutzer, der Interessenverbände und des Gesetzgebers darauf abgewartet.

Anwendersicht: Komfort vs. Sicherheit

Die fortschreitende Vernetzung eröffnet im privaten Bereich nie dagewesene Möglichkeiten. Soziale Medien (z. B. facebook, WhatsApp, youtube) verbinden Menschen über Grenzen und Entfernungen hinweg, und ermöglichen es, das Leben über das Netz mit Freunden zu teilen und öffentlich zu machen. Das "Internet der Dinge", "Home-Automation" oder "CarPlay" erlauben es, die private Technik von überall auf der Welt aus mit mobilen Endgeräten zu steuern. Aus Gründen des Komforts aber auch aus gesellschaftlichem Druck heraus werden personenbezogene Daten dabei aber allzu oft unreflektiert und impulsiv preisgegeben und Sicherheitsaspekte vernachlässigt. Es wird nicht hinterfragt, weshalb die Taschenlampen-App Zugriff auf das Adressbuch verlangt und hingenommen, dass vorgenommene Datenschutzeinstellungen nach einem Update unbemerkt zurückgesetzt wurden. Genutzt wird, was machbar ist. Ehemals das eigene Verhalten rechtfertigende Argumente wie "Die können die ganzen Daten sowieso nicht auswerten" sind längst überholt und werden durch neue wie "Meine Daten haben die sowieso" oder "Ich habe nichts zu verbergen" ersetzt. So muss die eigene Komfortzone nicht verlassen werden.

Die Kenntnis nur weniger Klick- und Wischgesten auf modern gestalteten Oberflächen suggeriert unbedarften Nutzerinnen und Nutzern die Einfachheit von Bedienung und Anwendung der Geräte, von Diensten und Applikationen des "digitales Zoos". Demgegenüber erfordern seitenlange AGBs (z. B. iTunes), fragwürdige Voreinstellungen in verschachtelten und verteilten Einstellungsmenüs (z. B. Windows 10) sowie unverständliche Erklärungstexte (z. B. facebook) einen tiefergehenden, reflektierten und informierten Umgang. Hier ist der Anwender schnell überfordert.



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Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 20.September 2017

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