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Bring Your Own Device

Bild von Handy mit Schüler

Quelle: Stefan Arendt, LVR-ZMB

Die Nutzung privater Hardware für berufliche Zwecke gehört in vielen Firmen schon zum gelebten Alltag. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mit ihren eigenen Geräten nicht nur von zuhause oder von unterwegs auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen - sie setzen ihre private Hardware auch an ihrem Arbeitsplatz ein.

Diese Entwicklung scheint langsam, aber durchaus mächtig, auch an deutschen Schulen Einzug zu halten. Der Markteinführung des iPad (2010) folgte eine bis dato unbekannte Dynamik im Bereich des internetgestützten, mobilen Lernens. Tablets ermöglichen den intuitiven, kabellosen Zugang zu Lerninhalten und lassen Rufe nach Etablierung neuer Unterrichtskonzepte, die mit dem Einsatz der mobilen Geräte einhergehen, immer lauter werden.

Dem gegenüber herrscht heute an vielen Schulen aber noch immer ein mehr oder weniger rigides, "offizielles" Handyverbot. Bei genauer Betrachtung jedoch, das zeigen Gespräche mit Lehrkräften und mit Schülerinnen und Schülern, wird dieses Verbot - wenn es pädagogisch begründet und pragmatisch durchgeführt wird - häufig von beiden Parteien untergraben.

Aber wieso hält sich bei vielen Kolleginnen und Kollegen noch immer so hartnäckig der Wunsch nach Handyverbot und der damit verbundenen (Pseudo-)Kontrolle? Die unterschiedliche IT-Ausstattung im Vergleich mit Nachbarschulen macht sich häufig Luft in Äußerungen wie: "Im Gymnasium in der Nachbarschaft haben sie alles - Beamer, interaktive Whiteboards, drei Computerräume - und wir haben nichts!" Ein Perspektivwechsel kann hier einem mächtigen neuen Ansatz Raum schaffen: Sie haben ganz viel. Ihre Schülerinnen und Schüler kommen jeden Tag mit mehreren Computerräumen zur Schule!

Daher stammt der Begriff "bring your own device": Du darfst dein eigenes Gerät nutzen - allerdings ausschließlich im unterrichtlichen Kontext. Denn nur darum sollte es bei BYOD gehen. Schülerinnen und Schülern wird erlaubt, in bestimmten Situationen ihre persönlichen Geräte zu nutzen.

Die Idee des BYOD bedeutet nicht, dass die Ausstattungsfragen auf Schülerinnen und Schüler resp. deren Erziehungsberechtigte abgewälzt werden, sondern, dass die Verbote fallen und man das ungeheure Potenzial, welches viele der mobilen Geräte mitbringen, gewinnbringend für den Unterricht einsetzt.

Seit Jahren werden schülerzentrierte Unterrichtsszenarien gefordert, individueller Unterricht gepredigt. Es sollen Medienkompetenz und selbstständiges Lernen geschult werden. Mobile Endgeräte sind nicht die Lösung für alle pädagogischen und didaktischen Herausforderungen, aber sie können einen guten Teil dazu beitragen, dass die genannten Ziele umgesetzt werden.

An Schulen in NRW gibt es unzählige Beispiele für eine pragmatisch-orientierte Umsetzung der BYOD-Kultur. Allerdings fehlen noch Erkenntnisse und Erfahrungen einer curricularen Einbettung und flächendeckenden Nutzung.

Wir stehen hier noch ganz am Anfang. Diese Seiten sollen helfen, alle Interessierten auf ihrem Weg zu unterstützen.


Ein 9 Punkte Fahrplan zu Einführung von BYOD in der Schule

  1. Überprüfen Sie die Qualität der schulischen Netzanbindung.
  2. Passen Sie ein ggf. bestehendes Handyverbot an.
  3. Planen Sie das Vorgehen gemeinsam mit ihrem Schulträger und dem zuständigen IT-Dienstleister.
  4. Stellen Sie sicher, dass neben der ausreichenden Bandbreite auch die Aspekte Datenschutz und Urheberrecht thematisiert und geregelt werden.
  5. Informieren Sie rechtzeitig die Schülerinnen und Schüler und beziehen Sie die Elternschaft ein: Thema und Beschluss der Schulkonferenz.
  6. Treffen Sie in den Fachgruppen Verabredungen.
  7. Organisieren Sie Fortbildungen für das Kollegium.
  8. Stellen Sie klare Nutzungsregeln auf.
  9. Verankern Sie das BYOD-Konzept im schulischen Medienkonzept.


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Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 09.Oktober 2015

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