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CC-Lizenzen im Schulkontext

CC-Lizenzen Bedeutung

Die Nutzung von Bildern, Texten, Videos etc. aus dem Internet ist an Schulen gängige Praxis. Diese Werke sind in den meisten Fällen urheberrechtlich geschützt. Ihre Verwendung im Unterricht ist zwar in vielen Fällen kostenfrei möglich, aber nur wenn die jeweiligen Nutzungsbedingungen eingehalten werden.
Hier kommen die CC-Lizenzen ins Spiel.

Lehrerinnen und Lehrer benötigen Wissen über CC-Lizenzen, …
  • bei der Förderung von Medienkompetenz (MKR NRW Teilkompetenz 4.4, siehe auch Unterrichtsideen zum MKR NRW),
  • um Werke urheberrechtskonform nutzen zu können und
  • für die Veröffentlichung von eigenem Material.

Rechtssicherheit

CC-Lizenzen schaffen Rechtssicherheit

Sollen Werke über das Internet der Allgemeinheit zur Nutzung und gegebenenfalls Wiederveröffentlichung zur Verfügung gestellt werden, ist die Erlaubnis (Lizenz) der Urheber erforderlich. Die Lizenzverträge der Creative Commons Organisation (CC-Lizenzen) bieten den Beteiligten hierbei Rechtssicherheit: Sie sind verständlich und juristisch eindeutig.
So können Nutzungsbedingungen von den Urhebern leicht formuliert und von den Nutzern eingehalten werden. Daher sind unter CC-Lizenz veröffentlichte Werke im Internet weit verbreitet, beispielsweise Bilder und andere Materialien in der Wikipedia oder Unterrichtsmaterialien in verschiedenen Datenbanken.

Praxistaugliche Vereinfachungen

CC-Lizenzen sind praxistaugliche Vereinfachungen

CC-Lizenzen werden im Internet durch Akronyme und Symbole repräsentiert. Dahinter stehen komplexe, rechtssicher formulierte Lizenzverträge. Diese vereinfachte Darstellung ermöglicht eine eindeutige und platzsparende Zuordnung von Werk und Lizenzvertrag, zudem sind die Lizenzen leicht zu identifizieren.
Zusätzlich sind die Kernaussagen der dahinterliegenden Verträge in allgemeinverständlicher Kurzform verfügbar (Commons Deeds). Durch die Kombination aus rechtssicher gestalteten Verträgen und ihrer allgemeinverständlichen Darstellung mit hohem Wiedererkennungswert hat die Creative Commons Organisation die Grundlage für eine praxis- und laientaugliche Nutzung von Werken im Internet geschaffen.


CC-Lizenzen ermöglichen maßgeschneiderte Lizenzverträge

Die Nutzung, Vervielfältigung und Verbreitung von CC-lizenzierten Werken ist zwar immer kostenfrei möglich, aber dennoch an Bedingungen gebunden. Werden diese nicht eingehalten, entstehen ungewollt Urheberrechtsverletzungen.

Die CC-Organisation hat Nutzungsbedingungen in vier Modulen zusammengefasst, die wiederum zu (insgesamt sechs) Lizenzverträgen kombiniert werden können.
Die Module werden als Abkürzungen bzw. Symbole dargestellt:


Icon cc-by

BY [Attribution]
Für Nutzung Namensnennung erforderlich.


Icon cc-by

SA [ShareAlike]
Weitergabe nur unter gleicher Lizenz erlaubt


Icon cc-by

ND [NoDerivatives]
Bearbeitung verboten


Icon cc-by

NC [NonCommercial]
kommerzielle Nutzung verboten


Eine Besonderheit stellt der Lizenzvertrag CC-0 dar. Hier verzichtet der Urheber auf jegliche Rechte und stellt das Werk gemeinfrei. Die folgende Zusammenstellung gibt eine Übersicht der CC-Lizenzen.


Icon CC-0

CC-0
Nutzung ohne weitere Bedingungen erlaubt


Icon CC-BY

CC-BY
Für Nutzung Namensnennung erforderlich


Icon CC-23

CC-BY-SA
Namensnennung erforderlich, Weitergabe nur unter gleicher Lizenz erlaubt


Icon CC-24

CC-BY-ND
Namensnennung erforderlich, Bearbeitung verboten


Icon CC-25

CC-BY-NC
Namensnennung erforderlich, kommerzielle Nutzung verboten


Icon CC-26

CC-BY-NC-SA
Namensnennung erforderlich, kommerzielle Nutzung verboten, Weitergabe nur unter gleicher Lizenz erlaubt


Icon CC-27

CC-BY-NC-ND
Namensnennung erforderlich, kommerzielle Nutzung verboten, Bearbeitung verboten


Wer sich die Bedingungen und Formulierungen der einzelnen Lizenzverträge genauer anschauen möchte, findet auf der Webseite der Creative-Commons-Organisation entsprechende Informationen.
Die Hintergründe erklärt sehr anschaulich der Lizenzmodulator im Video.


Praxistipp: CC-lizenzierte Werke finden

CC-lizenzierte Werke finden

Die Verwendung CC-lizenzierter Werke hat viele Vorteile. Aber wie findet man gezielt solche Materialien? Informationen zu Filtermöglichkeiten bekannter Suchmaschinen und CC-lizenzierte Materialien zum Download erhält man beispielsweise über das Portal oer.schule.de. Dort sind auch weitere OER-Portale verlinkt.
Open Educational Ressources
Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz stehen. Eine solche Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Dabei bestimmen die Urhebenden selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen und welche Rechte sie sich vorbehalten.
[Quelle: https://www.unesco.de/bildung/open-educational-resources]

Praxistipp: CC-lizenzierte Werke in eigenen Werken nutzen

Infografik: Tullu-Regel

Bildnachweis siehe 1

CC-lizenzierte Werke in eigenen Werken nutzen

Das in allen Lizenzverträgen enthaltene Lizenzmodul „BY“ erfordert die Nennung des Urhebers. Wie dies zu geschehen hat, ist in den Lizenzbestimmungen eindeutig geregelt und muss befolgt werden, damit keine unbeabsichtigten Urheberrechtsverstöße begangen werden. Einen einprägsamen Überblick über die erforderlichen Angaben liefert die „TULLU Regel“, die zusammen mit vielen anderen hilfreichen Informationen auf der Seite open-educational-ressources.de verfügbar ist.

Von der Webseite stammt nicht nur diese Infografik zur „TULLU-Regel“, es werden darüber hinaus auch Beispiele zur Anwendung der Regel aufgeführt.

Praxistipp: Eigene Werke unter CC-Lizenz veröffentlichen

Infografik: Freiheitsgrade

Bildnachweis siehe 2

Eigene Werke unter CC-Lizenz veröffentlichen

Bei der Lizenzierung eigener Werke gilt es genau zu überlegen, welche Restriktionen mit der vergebenen Lizenz verfolgt werden sollen. Ausführliche Informationen zu „Open Content“ mit dem Schwerpunkt CC-Lizenzen enthält der Praxisleitfaden von Dr. Till Kreutzer.
Ab Kapitel 3.5 werden die Auswirkungen der Lizenzmodule eingehend dargestellt.

Die unterschiedlichen Freiheitsgrade von „Copyright“ bis „gemeinfrei“ veranschaulicht nebenstehende Grafik.

Bei der Lizenzvergabe sollte man sich darüber im Klaren sein, dass jede Lizenzierung unwiderruflich geschieht, Lizenzen also nachträglich weder verändert noch zurückgezogen werden können! Am einfachsten ist es, sich selbst die Frage zu stellen, welche Nutzung dauerhaft erlaubt sein soll. Über max. vier „Weichenstellungen“ kommt der Lizenzgeber zu seiner Wunschlizenz.

Praxistipp: Wunschlizenz generieren

Infografik: Wunschlizenz

Bildnachweis siehe 3

Die Erstellung der gebrauchsfertigen Lizenz kann dann über den Lizenzgenerator der Creative-Commons-Organisation erfolgen.

1 Die Infografik von Julia Eggestein nach einem Konzept von Jöran Muuß-Merholz und Sonja Borski für OERinfo – die Infostelle OER steht unter der CC BY 4.0-Lizenz.
2 Shaddim; original CC license symbols by Creative Commons, Creative commons license spectrum, CC BY 4.0
3 Infografik „Welches ist die richtige CC-Lizenz für mich?“ von Barbara Klute und Jöran Muuß-Merholz für wb-web unter CC BY-SA 3.0


Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 28.Juli 2021

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