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NRW-Praxistag "Auf Nummer sicher im Netz"

Termin: 24. September 2008
Ort: LVR-Zentrum für Medien und Bildung Düsseldorf
Veranstalter: Medienberatrung NRW, secure-it.nrw

Rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten den ersten NRW-Praxistag "Auf Nummer sicher im Netz", zu dem die Landesinitiative »secure-it.nrw« gemeinsam mit der Medienberatung NRW nach Düsseldorf eingeladen hatte, zu einem vollen Erfolg. Sie erhielten zahlreiche Anregungen und Tipps, wie das Thema "IT-Sicherheit im Umgang mit neuen Medien" konkret umgesetzt werden kann – sowohl im Schulunterricht als auch bei der Erziehung und Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Eine wichtige Rolle spielte auch der Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren aus Schule, Bildung und anderen Bereichen.

Einführungsvortrag

"Auf Nummer sicher im Netz - Neue Medien als Thema für den Unterricht"

Anke Gaul, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

In ihrem Eröffnungsvortrag zeigte Anke Gaul anhand ausgewählter Beispiele auf, warum das Thema aus BSI-Sicht aktuell und wichtig ist. Sie ging dabei ebenso auf das Thema "Phishing" wie auf Chats und soziale Netzwerke ein: ein kompakter Einstieg und Überblick in schulische Medienkompetenz unter Sicherheitsgesichtspunkten.


WORKSHOP 1: Fremde neue Welt

schülerVZ, oder: Wie verändert das Internet die Kommunikation von Jugendlichen?

Bettina Sieding, Medienpädagogin

schülerVZ, das interaktive Online-Netzwerk für Schüler ab 12 Jahre, ist derzeit in aller Munde. Der SPIEGEL sprach im Mai 2008 gar von der "Generation Netz". Bettina Sieding  stellte die Frage, ob sich die Kommunikation von Jugendlichen durch schülerVZ verändert hat. Sie beschäftigte sich einerseits damit, welche Datenspuren Kinder und Jugendliche in sozialen Netzwerken hinterlassen, andererseits erläuterte sie, was Lehrkräfte über die virtuelle Gemeinschaft wissen sollten und welche Herausforderungen die neuen Kommunikationsformen an die Lehrenden stellen.


Chatten in der Schule - ein Beispiel zur Umsetzung im Deutschunterricht

Stefanie Schäfers, Lehrer online

Billiger als telefonieren, schneller als Briefe schrieben, unkonventioneller als direkt miteinander zu sprechen – kaum ein Anwendungsbereich nimmt bei der privaten Computernutzung Jugendlicher einen so großen Rahmen ein wie das Chatten. Häufig vollzieht es sich jedoch nur im inoffiziellen, „heimlichen" Lehrplan von Schülern und Schülerinnen. Der Vortrag von Stefanie Schäfers gab anhand von praktischen Beispielen aus dem Deutschunterricht der Sekundarstufe I und II Anregungen, wie Chats für schulische Themen im Unterricht nutzbar gemacht werden können.


Wirtschaftskunde online - Shops und Auktionen als Thema für den Unterricht

Wolfgang Dax-Romswinkel, Kompetenzteam Rhein-Sieg

Am Beispiel von Online-Auktionen zeigte Wolfgang Dax-Romswinkel Ansätze zur Vermittlung von Medienkompetenz im Wirtschaftskundeunterricht. Das Spektrum reichte dabei von Themen wie Preisbildung, Kaufvertrag und Abwicklung des Zahlungsverkehrs bis zu Datensicherheit und Datenschutz, den Umgang und die Gefahren von Passwörtern sowie zur sicheren E-Mail-Kommunikation. Aufgezeigt wurden zudem konkrete Arbeitshilfen und Übungen für den Unterricht der Sekundarstufe I und II.


Und was passiert nach dem Unterricht? - Tipps für die Elternarbeit

Rainer Smits, Landesanstalt für Medien NRW
Sandra Ostermann, Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Rainer Smits stellte die Arbeit der Initiative Eltern+Medien vor, mit der die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) den Orientierungs-, Beratungs- und Aufklärungsbedarf von Eltern in der Medienerziehung ihrer Kinder aufgreift. Die Initiative unterstützt Einrichtungen vor Ort beispielsweise bei der Planung und Organisation von Elternabenden zu Fragen der familiären Mediennutzung. In einem zweiten Beitrag erläuterte Sandra Ostermann vom Deutschen Kinderhilfswerk e.V. Tipps und Tricks für Eltern, um mit ihren Kindern über den sicheren Umgang mit Computer, Internet und Handy sprechen zu können.


WORKSHOP 2: Handy & Co.

Was tun mit dem Handy? - Szenarien und Handlungsoptionen für Lehrer

Antje vom Berg, Landesanstalt für Medien NRW

Handy-Klingeln im Unterricht stört und nervt, das steht außer Frage. Aber ist ein absolutes Handy-Verbot an Schulen die einzige Lösung, um das Problem zu unterbinden? Oder gibt es andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel eine Nutzungsvereinbarung, die alle Beteiligten – Eltern, Lehrer und Schüler – gemeinsam ausgestalten können? Der Vortrag von Antje vom Berg stellte u.a. die Frage, ob und wann Lehrerinnen und Lehrer das Handy "einkassieren" dürfen und wann die Polizei eingeschaltet werden muss. Neben der rechtlichen Einordnung wurden auch Tipps zu Unterrichtsmaterialien gegeben.


Lernen über mobile Anwendungen - ein Beispiel aus dem Schulalltag

Michael Wenzel, Kompetenzteam Bielefeld

Der Medieneinsatz im Unterricht ermöglicht neue Methoden und Lernszenarien, die ein selbst gesteuertes Lernen unterstützen. Das Lernen mit mobilen Anwendungen wie Notebook, Kamera, Video und Handy erfordert neue Konzepte und erschließt neue Einsatzbereiche. Michael Wenzel zeigte anhand exemplarischer Beispielen aus Grundschule und Sekundarstufe I und II Konkretes und Innovatives für die tägliche Unterrichtspraxis. Auf einen Nenner gebracht: "Medienkompetenz zum Mitnehmen".


Tipps zum spielerischen Umgang mit Thema Handy & Co.

Matthias Felling, handysektor.de

Für Jugendliche ist der Umgang mit dem Handy etwas Faszinierendes. Daher macht es Sinn, spielerisch und praktisch in die Auseinandersetzung mit dem Handy einzusteigen. Wer ein Handy dabei hat, hat heute unter anderem auch eine Kamera, ein Mikrofon, eine Stoppuhr in der Tasche. Dieses große Potenzial für handlungsorientierte Arbeit wird bislang kaum genutzt. Dabei bietet sich hier die Chance, einen spannenden Zugang zur Vermittlung von Medienkompetenz zu finden. Matthias Felling zeigte, wie dies in der Praxis aussehen kann.


Wirtschaftskunde mobil - Die Kostenfalle Handy und ihre Konsequenzen

Ulrike Brunswicker-Hoffmann, Verbraucherzentrale NRW

Immer mehr junge Erwachsene werden durch finanzielle Probleme belastet. Bei vielen Betroffenen mangelt es schon am kleinen Einmaleins im Umgang mit Geld. Das Handy spielt hierbei eine wichtige Rolle. Oftmals sind Kostenfallen bei der Nutzung des Mobiltelefons im Detail versteckt und werden sowohl von Eltern als auch von Kindern zu spät bemerkt. Aufklärung tut also Not – der Vortrag der Verbraucherzentrale NRW zeigte auf, worauf der kluge Handynutzer achten sollte.


WORKSHOP 3: Wie viel "Ich" darf ins Netz?

Wie viel "Ich" darf ins Netz? - DAs Web 2.0 und der Schutz der Privatsphäre

Andrea Heyne, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW

Was genau ist Datenschutz? Und welche Bedeutung hat er im Zeitalter von Web 2.0? Der Vortrag von Andrea Heyne gab aus Sicht des Datenschutzes Einblicke ins Medienrecht und seine Anwendung auf das Web 2.0. Dies erfolgte anhand von praktischen Web 2.0 Anwendungen, wobei zugleich deren Gefahren aufgezeigt wurden.


Note 3,7 und nun? Spick mich - Ignorieren oder handeln?

Sven Ronstedt, FUNKIDS-Computerschule für Kinder

"Spick mich" ist ein viel diskutiertes Thema in Lehrer- und Schülerschaft. "Hilfsmittel oder Horror?" lautete überspitzt gesagt die Frage, die Sven Ronstedt in seinem Vortrag stellte. Auch einige Macher von "Spick mich" nahmen an dem Workshop teil und äußerten sich zu Fragen aus dem Publikum.


Datenschutz - Was darf auf die Schulhomepage?

Jutta Katernberg, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW

Fast jede Schule hat heute ihre eigene Internetseite. Bei der Frage jedoch, welche personenbezogenen Daten von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften unter welchen Voraussetzungen auf die Homepage gestellt werden dürfen, herrscht<br>oftmals Unklarheit. Der Vortrag von Jutta Katernberg thematisierte u.a. Aspekte wie: Wann ist eine Veröffentlichung von Fotos zulässig? Wie wird eine wirksame Einwilligung eingeholt?


Von Datenräubern, Softwarepiraten und Spammern - Erste Surferfahrungen mit den Internauten

Isabell Rausch-Jarolimek, Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstleister (FSM)

Tipps für eine sichere und kompetente Nutzung des Internet erhalten Grundschüler von den Internauten. Auf spielerische Art wird ihnen vermittelt, wie das Internet funktioniert und worauf sie achten müssen, wenn sie sich auf ihre ersten Entdeckungsreisen durch das WWW begeben. In kleinen Comicgeschichten erfahren sie unter anderem, weshalb persönliche Daten nicht bedenkenlos veröffentlicht werden sollten, wie man sich vor Viren, Würmern und Trojanern schützt und welche Gesetze im Internet gelten. Isabell Rausch-Jarolimek stellte den Ansatz der Internauten vor.


Ausstellung & Nachmittagsprogramm

In der begleitenden Ausstellung präsentierten verschiedene Initiativen und Anbieter ihre aktuellen Produkte zu Internetsicherheit und Medienkompetenz. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland konnten so die wichtigsten Akteure zu den Themen Sicherheit im Internet und Medienkompetenz in Nordrhein-Westfalen auf einer gemeinsamen Plattform erleben und sich an den Ständen ausführlich informieren.

Live-Hacking

Marian Jungbauer, Institut für Internet-Sicherheit, Fachhochschule Gelsenkirchen
Markus Linnemann, Institut für Internet-Sicherheit, Fachhochschule Gelsenkirchen

Das Live-Hacking des Institutes für Internet-Sicherheit an der Fachhochschule Gelsenkirchen vermittelte auf anschauliche Art und Weise, welche Sicherheitsrisiken im Umgang mit dem Internet zu beachten sind und wie einfach auf sensible, vermeintlich gesicherte Daten fremder Systeme zugegriffen werden kann. Dabei wurden beispielhaft potenzielle Sicherheitslücken aufgezeigt und Geschichten aus dem "wahren" Alltag des IT-Sicherheitsexperten erzählt. Denn die größte Sicherheitslücke ist immer noch der Mensch, der vor dem Computer sitzt.


Tatort Schule - Warum Vorbeugung heute so wichtig ist

Irmgard Baumhus, Landeskriminalamt NRW

Neben allen Chancen bringen die neuen Medien auch neue Risiken und Gefahren mit sich. Aus polizeilicher Sicht werden im Vortrag von Irmgard Baumhus vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen die Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät – z.B. die Verbreitung von Gewaltvideos, das Begehen von Gewalttaten, die per Handy gefilmt werden ("Happy Slapping") oder das Handy-Mobbing – dargestellt. Auch Chatrooms sind ein Thema: In einer eingespielten Filmsequenz gibt ein bekannter Fußballprofi Tipps zum Sicheren Chatten.


Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 06.August 2020

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