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Infrastrukturdienste

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Quelle: Medienberatung NRW

Ein schulisches Netzwerk muss heutzutage den Anforderungen von modernen Computernetzwerken entsprechen. Dabei sollten sich je nach Szenario die Besonderheiten der Schulen im Netzwerk wiederfinden, d. h. unterschiedliche Nutzer, mit unterschiedlichen Zugriffsrechten, an unterschiedlichen Endgeräten. Unterschiedliche Infrastruktur-Dienste helfen hierbei, das gewünschte Szenario abzubilden. So ist es beispielsweise möglich, statt Fachräume mit untereinander vernetzten Desktop-Rechnern auszustatten, über verschiedene Clients einen Terminalserver anzusteuern. Dabei kann die Ausstattung mit Clients oder Thin-Clients und einem Terminalserver mit entsprechender User-Kapazität günstiger sein - vor allem bei einer entsprechenden Gebäudeverkabelung - als die Ausstattung mit Desktop-Rechnern. Auch die Wartungs- und Supportkosten sollten sich bei einem zentralen System reduzieren. Für die Arbeit über den Terminalserver eignen sich vor allem statische Anwendungen, wie z. B. Office Anwendungen mit geringerem Speicherbedarf und geringer Datenübertragungsrate. Terminalservern sind in Kombination mit Multimedianwendungen in der Regel ungeeignet, vor einem solchen Einsatzszenario müssen im Vorfeld Testläufe durchgeführt werden. Eine komprimierte Datenübertragung, beispielsweise mit Hilfe eines Citrix-Receivers, kann die Auslastung des Netzwerkes reduzieren. Je nach Szenario und Anbindung muss der Terminalserver nicht zwingend in der Schule untergebracht werden und kann ggf. sogar mehrere Schulen bedienen.

Regelmäßige Sicherungen des Terminalservers können über Snapshots erfolgen, die in Virtualisierungssoftware oft als Funktion integriert sind, so kann bei Bedarf schnell und unproblematisch eine Notfallwiederherstellung erfolgen.

Generell ist ein Verzeichnisdienst zu betreiben. Der Verzeichnisdienst dient der Verwaltung aller Benutzer, Gruppen, Ressourcen (PCs, Server), die auf das Netzwerk zugreifen oder daran angeschlossen sind. Damit bildet er die Grundlage für die Rollen- und Rechtekonzepte innerhalb einer Infrastruktur. Bei Microsoft Servern kommt ein Active Directory zum Einsatz mit Hilfe dessen auch die Passwortverwaltung gesteuert wird.

Für die Kommunikation der Geräte im Netzwerk sind ein DHCP und ein DNS Server sinnvoll, um den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Der DHCP Server verteilt automatisch IP-Adressen an die ans Netzwerk angeschlossenen Endgeräte (Computer, Drucker, Tablets, etc.). Während der DNS Server eine Namensauflösung ermöglicht. Anstelle einer IP-Adresse, z. B. 192.128.1.1, kann der Server mit seinem DNS-Namen, z. B. Schulserver1, angesprochen werden.

Wird das schulische Netzwerk um mobile Endgeräte erweitert, sind auch die Infrastrukturdienste in entsprechender Weise mit einzubeziehen. Darüber hinaus sollte ein zusätzlicher Authentifizierungsdienst, beispielsweise RADIUS, eingesetzt werden, um Nutzer und ihre Geräte zu identifizieren und ihnen anschließend entsprechende Rechte einzuräumen.

Bei fachmännischer Installation und Abstimmung der verschiedenen Infrastrukturdienste lassen sich unterschiedliche Szenarien verwirklichen. So wäre vorstellbar, dass sich ein Lehrer mit seinem mobilen Endgerät in der Schule anmeldet und Zugriff auf Internet und Lehrerspeicher bekommt und den Drucker bedienen kann. Ein Schüler mit mobilem Endgerät hingegen hätte vielleicht nur eingeschränkten Internetzugang und dürfte nur auf einen Schülerspeicher zugreifen, nicht aber drucken.

Installation, Betrieb und Support eines solchen Netzwerkes sind sehr umfangreich und setzen professionelles Know-how voraus. Heutzutage muss davon ausgegangen werden, dass ein modernes schulisches Netzwerk nicht mehr von Lehrerinnen oder Lehrern installiert und betrieben werden kann, wie es vielleicht vor einigen Jahren noch mancherorts üblich war. Im Rahmen des First-Level-Supports übernehmen Lehrerinnen und Lehrer Aufgaben im Bereich der Netzwerkpflege, insbesondere bei Einbindung mobiler Endgeräte in den Schulalltag wird dies erforderlich. Näheres regelt auch die Supportvereinbarung zwischen dem Land und den Kommunalen Spitzenverbänden in NRW aus dem Jahr 2008. (Medienberatung NRW, 2008)



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Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 23.August 2019

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