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Quelle: Stefan Arendt, LVR-ZMB

Die bisherige Praxis der physischen Trennung des pädagogischen Netzes und des Verwaltungsnetzes ist nicht mehr zwingend geboten. Vielmehr kann aus § 2 Abs. 1 VO-DV I, (Verordnung über die zur Verarbeitung zugelassenen Daten von Schülerinnen, Schülern und Eltern) insbesondere nach seiner Änderung im Jahr 1995, geschlossen werden, dass es ausreicht, eine logische Trennung über Netzwerkkomponenten und Anmeldeprozeduren herzustellen. Dabei dürfen personenbezogene Daten ausschließlich auf Rechnern, die der Verwaltung zugewiesen sind, verarbeitet werden und nicht auf Rechnern, die im unterrichtlichen Einsatz sind. Als Ausnahmen sind hier nur personenbezogene Daten zu werten, die im Zuge des Unterrichts im pädagogischen Netz entstehen. In dieser Weise ist auch das in § 4 DSG NRW (Datenschutzgesetz NRW, 2016) und in Anlage zu § 9 Satz 1 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz, 2010) geforderte Trennungsgebot zu sehen. Hier ist ebenfalls keine räumliche Trennung explizit eingefordert. In Tabelle 1 sind die Vorteile der jeweiligen Einrichtungsvarianten zusammengetragen. Die Erfahrung zeigt, dass man bei der Ausgestaltung der Netztrennung einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Bedienbarkeit finden muss, um das Bauen „goldener Brücken“, wie das Kopieren von Daten auf USB-Sticks oder überspielen von Verwaltungsdaten in das pädagogische Netz, aufgrund zu unhandlicher Abläufe zu vermeiden.

Beim Anschluss von Schulen an das Internet ist auf eine möglichst performante Anbindungen zu achten, um die hohen Benutzerzahlen und die durch die Besonderheiten des Schulalltages bedingten Belastungsspitzen zu bedienen. Breitbandanbindungen über Glasfaseranschlüsse, sogenannte FTTH oder FTTB (Fibre to the home/building) Anbindungen, mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten von über 200 Mbit/s sind, wo verfügbar, zu wählen oder einzurichten. Symmetrische Internetverbindungen, z. B. SDLS, sind zu bevorzugen. Asymmetrische Internetverbindungen mit erhöhter Uploadgeschwindigkeit sind kostengünstigere Alternativen. Nicht zu unterschätzen ist das Datenaufkommen zum Ende der Unterrichtsstunden, wenn Arbeitsergebnisse in großer Zahl zeitgleich gesichert werden müssen. Wenn Daten an Serverstandorte (Clouddienste) außerhalb der Schule – wie z. B. an die Dateiablage von LOGINEO NRW - oder digitale, multimediale Inhalte übertragen werden sollen, ist eine stabile und performante Internetanbindung unerlässlich. Dabei sind schulformspezifische Unterschiede zu beachten, ein Berufskolleg benötigt eine andere Internetanbindung als eine Grundschule. In der Praxis zeigt sich, dass momentan für Grundschulen Leitungen mit 50 Mbit/s ausreichend sind, denn hier wird in der Regel kein großer Upload durch die Schüler stattfinden. Bei weiterführenden Schulen hingegen ist das Upload-Aufkommen höher. Abhängig von der Schulgröße sind hier schnellere Datenübertragungsraten notwendig. 100 Mbit/s bis 200 Mbit/s scheinen zur Versorgung der Standgeräte praktikabel zu sein. Werden mobile Endgeräte im Unterricht genutzt, sind höhere Übertragungsraten notwendig. Es ist daher angeraten, beim Anschluss der Schulgebäude auf Glasfaserverkabelung zu setzen. So erhält man auch für zukünftige Entwicklungen noch eine Reserve.


Tabelle

Quelle: Medienberatung NRW

Grundsätzlich sollte bei der Vernetzung der IT-Komponenten LAN gegenüber einer Wireless Verknüpfung der Vorrang gegeben werden, da zum heutigen Stand (Stand: Jahr 2016) die Datenübertragungsgeschwindigkeiten hier höher sind (siehe 6. Verkabelung) und kaum Strahlungsemissionen stattfinden. Bei Funkverbindungen wie WLAN sind je nach Gegebenheiten maximale Geschwindigkeiten von 600 Mbit/s brutto zu erreichen, die dann unter allen angebundenen Clients aufgeteilt werden. Mit neuesten Standards, beispielsweise WLAN-AC, wären in Spitzen 1,5 Gbit/s zu erreichen. Vor allem Accesspoints, am besten mit PoE (Power over Ethernet), sollten über Kabel in das Netzwerk eingebunden werden.

Auch bei Beamern bleibt eine Verkabelung die sicherste Lösung, da bei Übertragung von Videodateien die Kapazität des WLAN unnötig belastet wird und die Technik hier zurzeit noch unausgereift ist. Die Kontrolle über die Projektion und die Daten des Beamers ist ein weiteres Argument für die kabelgebundene Übertragung.

Soll eine Schule in Teilbereichen oder insgesamt mit WLAN-Technologie ausgestattet werden, ist zuvor eine professionelle Ausleuchtung und Planung durchzuführen. Übertragungsqualität und –reichweite von Funknetzwerken ist von unterschiedlichen Einflüssen, beispielsweise Gebäudestrukturen, aber auch Menschen, deren mobilen Endgeräten, anderen elektronischen Geräten und der Qualität der verwendeten Hardware abhängig. Ausleuchtungen sollten daher immer unter Realbedingungen (d. h. während des laufenden Schulbetriebs) mit den später zu installierenden APs erfolgen, bevor Accesspoints auf „gut Glück“ installiert werden. Dies führt zu besseren Ergebnissen und kann Hardwarekosten einsparen.

Der Sicherung des Funknetzwerkes gilt es besonderes Augenmerk zu schenken (siehe 4.6 IT-Sicherheit). Nur berechtigte Personen mit zulässigen Geräten in definiertem Umfang sollten Zugriff auf das Netzwerk erhalten. Dies ist mit unterschiedlichen Mitteln zu erreichen. Ohne Frage ist die einfachste Möglichkeit, das WLAN zu verschlüsseln und den Schlüssel nur berechtigten Personen zugänglich zu machen. Die sinnvollere Alternative ist, die Zugriffe über Infrastrukturdienste (siehe 4.6 Infrastrukturdienste), wie beispielsweise RADIUS, zu authentifizieren und einzuschränken. Durch zeitlich begrenzte Zugriffmöglichkeiten auf das Funknetzwerk und / oder durch Anpassung der räumlichen Sendeleistung der Accesspoints sind weitere Sicherungsmöglichkeiten gegeben. Zur rechtssicheren Nutzung der digitalen Infrastruktur in Schulen hat es sich als unabdingbar erwiesen, mit den Schülerinnen und Schülern Nutzungsvereinbarungen (Medienberatung NRW) zu treffen und diese, insbesondere bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern, auch von den Eltern unterzeichnen zu lassen. Vor allem bei der Bereitstellung eines Internetzugangs ist eine solche rechtliche Grundlage notwendig. Werden Access Logs nach Maßgabe von § 11 BDSG gespeichert, um dem Problem der Störerhaftung entgegenzutreten, muss darauf in der Nutzungsvereinbarung hingewiesen werden. Die Haftung liegt damit grundsätzlich beim User.

Stellt man den Schülerinnen und Schülern einen Zugang über WLAN bereit, sollten die Nutzungsbedingungen jeweils noch einmal durch Anklicken bestätigt werden. Für die Lehrerinnen und Lehrer sollte eine Nutzungsordnung vom Schulleiter per Dienstanweisung erteilt bzw. unterschrieben werden. Für das Modell Bring your own Device (BYOD) kann es sinnvoll sein, ein zweites, vom Schulnetz getrenntes, WLAN einzurichten.

Bei der Einrichtung von WLAN taucht immer wieder die Frage nach der Strahlenbelastung auf. Ob die durch WLAN erzeugten Strahlungsemissionen gesundheitsschädlich sind, kann zum jetzigen Stand (2016) nicht eindeutig entschieden werden. Grundsätzlich gilt es die Strahlungsexposition aus Vorsorgegründen zu reduzieren, beispielsweise indem man dort, wo es möglich ist, auf kabelgestützte Übertragungswege zurückgreift. Fest steht allerdings, dass die Strahlenbelastung durch funkende Mobilgeräte, die z. B. am Körper getragen werden oder sich eingeschaltet in den Schultaschen befinden, deutlich höher ist, als die Belastung durch weiter entfernte WLAN-Komponenten (Bundesamt für Strahlenschutz und Medienberatung NRW).



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Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 24.Mai 2019

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